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Muß ein gerechtes Steuersystem zwangsläufig kompliziert sein?

Frage von Jerry: Muß ein gerechtes Steuersystem zwangsläufig kompliziert sein?
Bedeutet ein höheres Maß an Gerechtigkeit und Anpassung an die Lebensrealität auch mehr Klauseln und Einschränkungen? Mit anderen Worten, kann die Faustregel gelten, daß, je einfacher ein Steuersystem ist, die Gerechtigkeit dadurch um so geringer ist, da nicht auf individuelle Belastungen eingegangen werden kann?

Beste Antwort:

Answer by frseh
Nein, nur ein von Lobbyisten zusammen gefummeltes Steuersystem ist kompliziert.

Antworten Sie selbst in den Kommentaren!

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7 Responses to “Muß ein gerechtes Steuersystem zwangsläufig kompliziert sein?”

  • Kapaun sagt:

    Nein, muss es nicht. Man sollte aber nicht verkennen, dass erst der irregeleitete Wunsch nach mehr “Gerechtigkeit” es so kompliziert gemacht hat.

  • RHR sagt:

    Hallo,

    auch wenn Dir alle widersprechen:

    Ich bin absolut Deiner Meinung.

    Das Steuer- und auch das Subventionssystem (sei es für Kohle, Bauern Industrie oder Familien) ist nicht immer komplizierter geworden, weil das Sport ist, sondern in der Geschichte der Bundesrepublik immer in dem Bemühen, es gerechter zu machen und trotzdem Industrie, Finanzwelt, Kapital in Deutschland zu halten und um Härten für die Menschen (Zechensterben, Höfesterben usw) auszugleichen.

    Ein Land, dessen einziger Reichtum Humankapital ist, kann gar nicht anders.

    Gruß

    Ronald

  • Klaus sagt:

    Wenn man alle Eventualitäten berücksichtigen will wird es sehr kompliziert und dadurch ungerecht weil nur Experten da noch durchschauen.
    Wenn man hingegen ein sehr einfaches Steuersystem hat muss man gewisse Ungerechtigkeiten in Kauf nehmen. Allerdings kommt dieses einfache System letztlich allen zu Gute.
    Wir brauchen ein einfaches Einkommensteuer-System das möglichst ohne Ausnahmen auskommt mit niedrigen Steuer-Sätzen. Viele Steuerzahlen schenken dem Staat insgesamt Milliarden, weil sie die Erstattungsmöglichkeiten nicht nutzen.

  • Paul B'man sagt:

    Ja.

    Das Problem dabei ist, das Schönheit und Gerechtigkeit immer im Auge des Betrachters liegt.

    Und dass der eine oder andere einsehen muss, dass es ohne Steuern nicht geht, dass man sich auch seiner Steuerpflicht stellen muss, und sich keinen Sport daraus machen darf, sich dieser Steuerpflicht zu entziehen.

    Das Problem ist also weniger das Steuersystem als der Steuerpflichtige. Vor allem der Steuerpflichtige, der etwas mehr steuerpflichtig ist als der andere.

    Wenn du selber mal versucht hast ein “Gesetzeswerk” zu schaffen, wirst du erkennen, dass “einfach” nicht überlebensfähig ist. Ich habe das mal erfahren müssen, als ich eine Vereinssatzzung “geschaffen” habe.

  • funship sagt:

    Ein gerechtes Steuersystem berücksichtigt die Belange eines jeden Individuums und verknüpft sie mit den Belangen jedes anderen Individuums. Ja, das ist kompliziert.

    Alle anderen Steuersysteme sind nicht wirklich gerecht, aber sie können vielen gerecht werden.

    Die einfachsten Steuersysteme sind auch die gerechtesten: Im Extremfall zahlt niemand irgendwelche Steuern, oder alle zahlen 100% Steuern. Alles dazwischen sind Kompromisse, die den einen oder anderen benachteiligen.

    Mathematisch ausgedrückt:Es gibt eine Funktion f(x), die von dem Faktor x abhängig ist. x ist die Steuerbelastung der Bürger, und die Funktion f(x) ist die Gerechtigkeit des Systems.

    Wie drückt man nun f(x) mathematisch aus?
    Das ist Politik.

  • Schleier des Nichtwissens sagt:

    In der Annahme, wir könnten uns auf eine einheitliche Gerechtigkeitskonzeption einigen:

    Ja.
    Die einfachste Steuer ist diePro-Kopf-Steuer. Jeder, egal ob Manager oder Hausmeister, zahlt den gleichen Betrag. Das ist kaum mehrheitsfähig.
    Je mehr wir unser Steuersystem ausdifferenzieren, desto mehr kleinere Ungerechtigkeiten gibt es. Absolute Erfüllung einer wie auch immer gearteten Steuergerechtigkeit ist eine Illusion. Und dann kommt die effizienzorientierte Betrachtung zum Tragen: Wenn jeder Steuerzahler z. B. 200 Seiten Steuererklärung ausfüllen müsste, wäre der Gerechtigkeit theoretisch geholfen. Faktisch würden nur wenige Menschen damit zurechtkommen und davon profitieren, abgesehen von den Kosten beim Finanzamt. Daher denke ich, dass eine differenzierte, aber nicht ausufernd komplizierte Gesetzgebung das Optimum ist.
    Die unkomplizierten Vorschläge von Kirchhof und Merz widersprechen meiner Beobachtung dem Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerungsmehrheit.

  • Hans-Joachim sagt:

    Nein müsste es nicht. Aber bei uns Sitzen Politiker u. Beamte die den Ganzen Tag nix zu tun haben als sich was kompliziertes Auszudenken, was kein Steuerzahler Versteht

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